...der Teilnehmer des Workshops„Die Zukunft des Europa-Rosariums im 21. Jahrhundert“am 21. und 22. April 2006 im neu eröffneten Informationszentrum Rose
Am 21. und 22. April 2006 haben 51 Experten aus der Stadt Sangerhausen, aus dem Land Sachsen-Anhalt, vom bundesweit aktiven Verein Deutscher Rosenfreunde und kommerzielle Rosenzüchter die Zukunft des Rosariums im 21. Jahrhundert diskutiert. Die Debatte wurde in 3 Arbeitsgruppen geführt. Vor dem Workshop wurde durch Ministerin Wernicke das Informationszentrum Rose eröffnet und der Öffentlichkeit übergeben. Der Mandatsbeschluss des Stadtrates Sangerhausen vom 23.06.2005 wurde von den Teilnehmern als hervorragende Grundlage für eine solide Zukunft des Europa-Rosarium Sangerhausen als lebendes Museum gewürdigt. Im einzelnen erzielten die Arbeitsgruppen folgende komprimierten Ergebnisse:
Die neue Leitung: Herr Th. Hawel und Frau J. Pfeiffer
1. Arbeitsgruppe:Grundsätze der Sortimentsentwicklung (Langfassung Herr Proll, Anlage 1). Die Sammlung wird, ihrer Natur entsprechend, weiter wachsen. Für die nächsten 10 Jahre wird der daraus resultierende Platzbedarf etwa 8.000 qm umfassen. Bei den Wildarten wird eine größere genetische Variabilität angestrebt. Dafür sollen Rosen mit Herkunftsangaben ergänzt werden. In der Gruppe der Historischen Rosen fehlen ca. 50 - 100 bedeutende Sorten, um eine lückenlose Darstellung der Entwicklung der Kulturrosen zeigen zu können. Die Gruppe der Modernen Rose wird sich zukünftig durch Neueinführung europäischer Rosenzüchter um jährlich ca. 50 Sorten erweitern. Das Privileg, auf dem Gelände des Europa-Rosariums Rosen verkaufen zu dürfen, verpflichtet die Betreiber des Rosenshops, ihr Angebot mit dem Sortiment des Rosariums abzustimmen. Im Rahmen des Genbank-Forschungsprojektes strebt das Europa-Rosarium die Intensivierung seiner Kontakte zu anderen Sammlungen in Deutschland und Europa an. Sie könnten das Rosarium Sangerhausen langfristig entlasten.
2. Arbeitsgruppe:Tourismus (Langfassung Herr Brinkmann, Anlage 2). Die Arbeitsgruppe hat vorgeschlagen, im „Informationszentrum Rose“ während der Saison eine tägliche Rosenberatung ab sofort anzubieten. Dazu werden 2 AK benötigt. Bei Bedarf könnten sie durch Ehrenamtliche aus den Freundeskreisen des Vereins Deutscher Rosenfreunde ergänzt werden. Neben der allgemeinen Beratung für Gartenfreunde, sollte im Informationszentrum Rose die Schulung, Weiterbildung und Fortbildung von Multiplikatoren ausgebaut werden. Rosenmessen, beginnend im Herbst 2007, sind zu festen Ereignissen zu entwickeln. Die Erhöhung der Besucherzahlen ist notwendig und möglich. Dazu ist eine zielgruppengerechte Werbung und Betreuung erforderlich. Dadurch soll der einmalige Charakter des Europa-Rosariums nicht beeinträchtigt werden.
3. Arbeitsgruppe:Gartengestaltung (Langfassung Herr Schweiger, Anlage 3). Das weitere Ordnen und Strukturieren der Sammlung ist ein Gestaltungsauftrag. Wesentlich ist, dass die Gestaltung unter dem Primat der Sammlung steht. Wichtig dabei sind:a) die Erweiterung des Europa-Rosariums konsequent zu planen,b) die didaktische Vermittlung des Rosariums zu verbessern,c) den Stadteingang, die Teiche und die Verbindung zur historischen Innenstadt stärker zu entwickeln.
Zur Sicherung der Perspektive sind kurzfristig die Planungen für a) die Bühne,b) den Duftgarten undc) den Stadteingangabzuschließen.Sie sind eine Voraussetzung der haushaltsmäßigen Untersetzung der Absichten.
Die Teilnehmer wünschen sich die regelmäßige Durchführung derartiger Workshops im Informationszentrum Rose.
gez. BrinkmannModerator NDR 1 Radio Niedersachsen
gez. ProllDipl.-Ing. Fa. W. Kordes’ Söhne
gez. Schweiger Bauamtsleiter Stadt Sangerhausen
gez. WeigelPräsident VDR
gez. HesseMinisterium für Landwirtschaft und Umwelt
Workshop zur Zukunft des Europa-Rosariums im 21. Jahrhundert - Arbeitsergebnisse der Arbeitsgruppe Sortiment
1. ProblemstellungDie Rosensammlung des Europa-Rosariums wird in den kommenden Jahren weiter wachsen. Bei der momentanen Wachstumsgeschwindigkeit ist mit einem zusätzlichen Platzbedarf von etwa 8.000 qm innerhalb der nächsten 10 Jahre zu rechnen.
Folgende Gründe für das Anwachsen aller Sammlungteile gibt es aus heutiger Sicht:
a.
b.
c.
Moderne Rosen: Durch Neueinführungen deutscher und auf dem deutschen Markt aktiver europäischer Rosenzüchter wird mit einem Anwachsen des Sortiments um jährlich etwa 50 Sorten zu rechnen sein.
2. Ansätze zur ProblemlösungFolgende grundsätzliche Wege, die sich in einzelnen Aspekten auch miteinander kombinieren lassen, bieten sich zur Problemlösung an:
2.1 Erweiterung der Fläche des Europa-Rosariums
2.2 Künftige Sammelstrategie
Pflanzenbauliche Eigenschaften (Widerstandsfähigkeit gegenüber Schaderregern, Frosthärte u.a.)
2.3 Kooperation mit Rosengärten in Deutschland und in Europa
Workshop zur Zukunft des Europa-Rosariums im 21. Jahrhundert – Arbeitsergebnisse der Arbeitsgruppe Tourismus
Die Arbeitsgruppe schlägt vor, im Informationszentrum Rose während der Saison eine tägliche Rosenberatung anzubieten. Dafür werden zwei Arbeitskräfte benötigt. Bei Bedarf könnten sie durch ehrenamtliche Berater aus den Freundeskreisen des Vereins Deutscher Rosenfreunde punktuell ergänzt werden. Gleichzeitig sollte in Sangerhausen ein Stamm ehrenamtlicher Berater aufgebaut werden.Neben der allgemeinen Beratung für interessierte Gartenfreunde sollten im Informationszentrum Rose schrittweise die Schulung, Weiterbildung und berufliche Fortbildung von Multiplikatoren ausgebaut werden („Sangerhäuser Rosenschule“, „Rosenakademie“).Die Arbeitsgruppe appelliert an die Stadt Sangerhausen, die Rosenstadt Sangerhausen GmbH und das Rosarium, die finanziellen und personellen Voraussetzungen für diese Aktivitäten schon für die Saison 2006 sicherzustellen. -Die Arbeitsgruppe empfiehlt, ab Herbst 2007 jährliche Rosenmessen im Rosarium zu veranstalten, bei denen die Rosenzüchter ihre Sorten zeigen können. Ein Verkauf soll durch die Rosenstadt GmbH erfolgen. –
Die Arbeitsgruppe schlägt der Rosenstadt GmbH vor, die Besucherzielgruppen nach inhaltlichen und geographischen Schwerpunkten zu analysieren, um bei der wirtschaftlich notwendigen Breite der Zielgruppenansprache das Profil des Europa-Rosariums nicht zu verwässern. Ferner sollten die in der Arbeitsgruppe benannten Zielgruppen, darunter Familien, Kleingärtner und Blinde sowie sehbehinderte Menschen, verstärkt einbezogen werden. Der Marketingaufwand für die unterschiedlichen Zielgruppen sollte sich am zu erzielenden Ergebnis messen lassen (Kosten/Nutzen). –
Die Arbeitsgruppe ist gewiss, dass das landesweite Gartenträume-Projekt das Europa-Rosarium in seiner Besonderheit in nationalen und internationalen Ebenen und Gremien herausstellt. -
Eine Fülle von Einzelideen zur besseren Vermarktung des Rosariums und des Themas Rose sowie zur Steigerung der Besucherzahlen sowie zur Hebung der Qualität der Besucherbetreuung wird von der Arbeitsgruppe zusammengetragen und für die Rosenstadt GmbH dokumentiert. Die Leitung der GmbH sagt eine intensive Prüfung aller Detailvorschläge zu.
Workshop zur Zukunft des Europa-Rosariums im 21. Jahrhundert – Arbeitsergebnisse der Arbeitsgruppe Gartengestaltung
1. Ansatz Gestaltungskonzept und veränderte Ausgangssituation durch BaumaßnahmenEs wurde herausgearbeitet, dass das weitere Ordnen und Strukturieren der Sammlung auch in die Gestaltungsansätze einfließen muss. Das vorliegende Sanierungskonzept aus dem Jahr 1999 ist weiter zu entwickeln und nach wie vor als grundlegende Zielstellung bestätigt. Bei der Weiterentwicklung ist insbesondere Augenmerk auf den Stadteingang und die Rosariums-Teiche zu legen. Der Freifläche vor dem neuen Haupteingang kommt eine besondere Rolle hinsichtlich der veränderten Ausgangssituation durch die stattgefundenen Hochbaumaßnahmen zu. In der Durcharbeitung der Entwicklungskonzeption ist insbesondere der zukünftige Platzbedarf, also die „Grenze“ der Sammlung bzw. des Rosariums zu klären. Deutlicher Konsens aller ist es, dass die Sammlung immer das Primat auch in der Gestaltungsumsetzung haben muss.
2. Anpassung des Konzeptes für künftige UmgestaltungsmaßnahmenDurch die ständige Erweiterung der Sammlung hat das Rosarium permanenten Platzmangel in Gegenwart und Zukunft. Die vorliegende Konzeption ist daher um die Klärung von Erweiterungsflächen zu ergänzen. Die möglichen Erweiterungsflächen müssen dabei den steigenden Platzbedarf des Sortiments als auch der Bewirtschaftungsflächen abdecken. Als eine dafür potentiell geeignete Fläche wird in Übereinstimmung die Fläche gegenüber der Mafa (Bereich Altendorf und Bachlauf der Gonna) angesehen. Diese Fläche könnte auch dem funktionalen Ansatz der engeren Verflechtung von Rosarium und Innenstadt Rechnung tragen. Als weiterer Teil der vorliegenden Konzeption ist der nordöstliche Bereich der Hauptachse (Bereich zukünftige Bühne und jetziger ADR-Garten) in der Planungszielstellung zu überprüfen.Auf die didaktische Darlegung der Sammlung sollte größerer Wert gelegt werden bzw. bei Bedarf die vorliegende Konzeption präzisiert oder erweitert werden. Qualität der Präsentation und Quantität der Sammlung dürfen keinen Widerspruch bilden.Beide Punkte sind der Bedeutung des Europa-Rosariums entsprechend zu sichern.
3. Welche Maßnahmen können kurzfristig umgesetzt werden?Hier sind nach ausführlicher Diskussion im wesentlichen folgende Elemente relevant:
Als Projekte von mittelfristiger Zielstellung sind insbesondere die bauliche Umsetzung des Rosenmeeres und die Klärung hinsichtlich der Verlagerung der Überdachung des jetzigen Haupteingangsbereiches an die Spitze der Freifläche einschl. Kassenzone zu nennen.Als grundlegend für alle Planungen wird ein permanentes und konsequentes Akquirieren von Finanzierungsquellen angesehen.