René Pützschel lebt und arbeitet in Chursdorf. Als Maler und Grafiker denkt er in klaren Linien, spannungsreichen Flächen und präzisen Kontrasten – und überführt diese Bildsprache konsequent in den Raum. Seine Objekt- und Skulpturarbeiten entstehen vor allem aus Holz, das er findet, auswählt und bearbeitet: Maserung, Verletzung und Zeitspuren bleiben sichtbar und werden Teil der Erzählung.
In Arbeiten wie „Der Nehmer“ trifft ein reduziert geformter Körper auf eine weit ausgestreckte, fast mechanisch wirkende Hand – eine Geste zwischen Angebot und Zugriff. „Reevolution“ verbindet eine archaische Tierform mit einem menschlichen Kopf: Natur und Kultur geraten in ein fragiles Gleichgewicht. In „Von innen nach außen“ öffnen sich im verwitterten Stamm verborgene Gesichter, als würden Gedanken und Erinnerungen aus dem Material hervortreten.
Pützschel interessiert der Moment der Verwandlung: vom Blatt zum Objekt, vom Fundstück zur Figur, vom Stillen zum Sprechen. Seine Kunst lädt ein, genau hinzusehen – und eigene Bedeutungen zwischen Bild, Zeichen und Körper zu entdecken.