Ulrich Berthold aus Gersdorf arbeitet als Bildhauer an der Schnittstelle von Stein und Metall, von strenger Form und augenzwinkernder Geste. Seine Skulpturen entstehen aus klaren Volumina, präzisen Schnitten und einer reduzierten Bildsprache, die dennoch unmittelbar „spricht“. Ein markantes Beispiel sind seine Mund-Objekte: roséfarbener Stein, als Lippenform ausgearbeitet, ruht auf einer schlanken, dunklen Stele – wie ein Zeichen im Raum, zugleich körperlich und symbolisch.
Ebenso prägnant ist die Kopfskulptur: ein kubischer, zweifarbiger Block mit einer einzigen, leuchtenden grünen „Augen“-Einlage. Das Gesicht wirkt archaisch und modern zugleich – ruhig, konzentriert, beinahe ikonisch. In anderen Arbeiten verbindet Berthold industrielle Elemente mit organischen Motiven: Aus Metallstangen, Zahnrädern und orangefarbenen Einsätzen wachsen Blumenformen, die Technik und Natur in ein spannungsvolles Gleichgewicht bringen.
Bertholds Kunst lädt zum genauen Hinsehen ein: Sie setzt auf Materialehrlichkeit, auf den Dialog von Oberfläche und Schatten – und auf Formen, die einfache Zeichen sind und dennoch vieldeutig bleiben.