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Historische Rosen unterscheiden

Einige historische Rosen werden seit langer Zeit immer wieder verwechselt oder sogar als identisch bezeichnet. Nach alter Literatur und Katalogen gibt es deutliche Unterschiede.

Eine der häufigsten Verwechslungen geschieht bei den Gallicas: „Jenny Duval“ und „Président de Sèze“. Beide haben ein großes Farbspiel. Dazu kommt, dass Gallicas abhängig von Witterung und Standort sowieso gern mit ihren Farben spielen. Die Farbe bei „Jenny Duval“ beschreiben wir so: Im Aufblühen rosa, aufgeblüht in der Mitte karminrosa, nach außen in bläulich-violett übergehend, am Rand hell und im Verwelken mauve werdend. Ähnlich sieht es bei „Président de Sèze“ aus: Blüte kirschrot bis purpur-violett, Rückseite fast weiß und im Verblühen ebenfalls mauve werdend.

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 ´Jenny Duval´, Foto: Europa-Rosarium





´President de Seze´, Foto: Europa-Rosarium

 ´President de Seze´, Foto: Europa-Rosarium






Was sind nun die Unterschiede? „Jenny Duval“ blüht einzeln oder zu 2 bis 3 Blüten, ist nicht sehr dicht gefüllt, die inneren Petalen sind kleiner und gefältelt, die Blüte leicht geviertelt und die Staubgefäße manchmal sichtbar. Die Petalen rollen sich leicht zur Mitte.
Bei „Président de Sèze“ ist die Blüte reich und steht zu mehreren zusammen, sie ist gefüllt, die Staubgefäße oft sichtbar. Beim Verblühen drehen sich die Petalen nach außen.

Die Damaszenerrosen „Mme Hardy“ oder „Félicité Hardy“ und „Mme Zoetmanns“ haben beide weiße, gefüllte Blüten, so dass sie auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden sind.
Bei „Mme Hardy“ (= „Félicité Hardy“) ist der Wuchs aufrecht und ausladend, bis 1,80 Meter hoch und an jungen Trieben sitzen zahlreiche Stacheln. Das Laub ist reichlich, hellgrün und weich, die meist 7 Fiederblättchen sind länglich oval. Die Blüte ist sehr reich und steht einzeln oder zu mehreren, sie ist groß, dicht gefüllt, oft geviertelt, anfangs schalenförmig, später sind die Petalen nach außen gedreht, die innersten Petalen aber nach innen gebogen, sie bilden eine Rosette um das grüne Auge. Die Blüte ist sehr vollkommen und hat lange, gefiederte Kelchblätter. Die Knospen sind zartrosa, aufgeblüht reinweiß. Der Duft ist stark.

Bei „Mme Zoetmanns“ ist der Wuchs aufrecht und gut verzweigt, 1,50 Meter hoch. Sie hat spitze Stacheln und Borsten. Das Laub ist mittelgrün und glatt, die meist 5 Fiederblättchen sind elliptisch. Die Blüte steht zu mehreren zusammen, ist groß, gefüllt, manchmal geviertelt oder unordentlich, das Auge kaum sichtbar. Sie ist relativ früh blühend und hat nicht so deutlich gefiederte Kelchblätter wie „Félicité Hardy“. Die Farbe ist zartrosa, später fast weiß, der Duft gut.
Bei „Félicité Hardy“ oder „Mme Hardy“ ist also das Laub länglicher, weicher und die Blüte regelmäßiger, die Knospen länger, die Sepalen gefiederter als bei „Mme Zoetmanns“. Man muss hier leider beide Rosen vergleichen und genau hinsehen.

´Mme Hardy´, Foto: Carsten Raufuß

 ´Mme Hardy´, Foto: Carsten Raufuß





´Mme Zoetmans´, Foto: Europa-Rosarium

 ´Mme Zoetmans´, Foto: Europa-Rosarium






Leichter ist die Unterscheidung bei den beiden Moosrosen „Alfred de Dalmas“ und „Mousseline“. Beide Rosen sind im Wuchs relativ niedrig, „Mousseline“ vielleicht kompakter wachsend. „Alfred de Dalmas“ hat zahlreiche gerade Stacheln, während „Mousseline“ fein bestachelt ist. Beide haben rundliche Fiederblättchen, sind bräunlich bemoost und remontieren gut. Aber die Blüte unterscheidet sich deutlich. „Alfred de Dalmas“ blüht zu mehreren oder in Büscheln mit kleinen bis mittelgroßen Blüten, während „Mousseline“ einzeln oder zu 2 bis 3 mittelgroße bis große Blüten hat. Der deutlichste Unterschied ist die Farbe. „Alfred de Dalmas“ blüht rosa, an den Rändern etwas heller, während „Mousseline“ zwar rosa Knospen hat, aber dann schnell weiß wird.

Schon Gebr. Schultheis „Deutsches Rosenbuch“ (1889) führen als weiße, remontierende Moosrose „Mousseline“ (Moreau-Robert 1880) auf und als rosafarbene „Alfred de Dalmas“ (Portemer 1855) „Blume mittelgroß, gefüllt, rosa, extra fein bemooste Knospe.“ Zu „Mousseline“ heißt es: „Blume groß, gefüllt, schön bemoost, gut aufblühend, beim Öffnen leicht rosa, in rein weiß übergehend. Stark wachsend, delikate Farbe. Diese schöne Varietät ist eine sehr gut remontierende Sorte.“

´Alfred de Dalmas´, Foto: Europa-Rosarium

 ´Alfred de Dalmas´, Foto: Europa-Rosarium





´Mousseline´, Foto: Europa-Rosarium

 ´Mousseline´, Foto: Europa-Rosarium






Eine Portlandrose wird leider bei den meisten Rosenschulen unter zwei oder gar mehr verschiedenen Namen angeboten durch den Irrtum eines großen englischen Rosenexperten: Es ist die schöne, rosa blühende „Mme Boll“ (Boll 1843). Im englischen Sprachraum wird diese Rose fälschlich „Comte de Chambord“ genannt.

„Comte de Chambord“ (Robert et Moreau vor 1860) wird in der älteren Literatur so beschrieben:
Wilhelm Döll „Der Rosen-Garten“, 1855 erschienen, nennt schon „‘Comte de Chambord’“, blaß-fleischfarben, mittelgroß“ unter den „neueren und neuesten mehrmals blühenden Damascener = Rosen (Rose perpetuelle)“, die zwischen 1847 und 1854 in den Handel kamen. 1885 notiert der Belgier Max Singer in seinem „Dictionnaire des Roses“ zwei verschiedene „Comte de Chambord“, eine lebhaft granatrote Bourbonrose und eine Remontant-Hybride, die so beschrieben ist: schwacher Wuchs, Zweige uneben gebuckelt, schmutziges Grün, etwas stachlig; Blüten von mäßiger Größe, etwas gefüllt, Farbe blass-fleischfarben. Dies entspricht nicht der heute im Handel befindliche „Comte de Chambord“, die überall identisch mit „Mme Boll“ ist. Die alte „Comte de Chambord“ scheint nirgends mehr im Handel zu sein.

´Mme Boll´, Foto: Europa-Rosarium

 ´Mme Boll´, Foto: Europa-Rosarium






Autoren: Hella Brumme und Eilike Vemmer

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